SNOW PATROL
Eyes Open
Polydor / Universal

In den letzten Jahren haben sich die Glasgower von einer schüchternen, LoFi-inspirierten Band zu opulenten Gitarrenhymnikern mit Stadionkompatibilität gemausert. Vor allem die Melodien und Chöre, die Gary Lighbody (The Reindeer Section) und Co. mit erstaunlicher Leichtigkeit über satte Gitarrenakkorde legen, sind so groß, dass man dazu gleich die ganze Welt umarmen möchte. Das hat sich ausgezahlt: Ihr drittes Album "Final Straw" avancierte im UK 2004 zum Abräumer. Und es geht noch mehr! "Eyes Open" klotzt nun gleich mit einem halben Dutzend packender Gitarrensongs, die sich genial zwischen Alternative-Rock und britischem Folk-Pop einpendeln. Jimmy Eat World trifft Del Amitri - diese Assoziation passt ebenfalls zu den majestätischen Balladen und zarten Elegien in Moll, die genauso zu Snow Patrol gehören wie gelegentliches Abdriften in U2-Sphären. Letzteres lässt sich verschmerzen, denn Gary Lighbody ist nicht Bono. Zum Glück!
Volkard Steinbach