SOFA SURFERS
Cargo
Universal / Polygram

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Die Sofa Surfers kommen zwar aus Wien, aber vom hippen Vienna-Vibe der Kollegen Kruder & Dorfmeister trennen sie Welten. Was das Quartett auf seinem zweiten Album an Klängen und Rhythmen herausläßt, ist wenig geeignet für coole Designstudenten-Parties. "Cargo" tönt düster; gefährliche Maschinenmusik mit grobzackig metallischen Sounds, stolpernden Breakbeats, narkotischen Bässen und gefährlichen Samples aus dem hauseigenen Testlabor. Ein bedrohlich wirkendes, von bleiernen Dubs angetriebenes Maschinengetüm, aus dem Öl und Teer heraustropfen und das auch nicht durch Gastauftritte von Dub-Poeten wie Singing Bird oder Victor Oshioke zum fröhlichen Hüftschwingen einlädt. Andere Vergleiche führen in Richtung Agententhriller-Soundtracks oder zu den explosiven Anschlägen der frühen Propellerheads. Stimmt: "Yoyogi Uehara" etwa klingt wie der orientalische Wiedergänger von "Take California". Die Band selbst assoziiert "Cargo" mit einer "Droge, die danach verlangt, bewußt konsumiert zu werden." Na denn...
Volkard Steinbach