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SONIC YOUTH
Rather Ripped Geffen / Universal
| Mehr als ein Jahrzehnt lang betrieben Sonic Youth ihren Rückzug aus dem Rock. Mit Jim O'Rourke, dem Grandseignieur der elektronischen und improvisierten Avantgardemusik, als fünftem Mitglied ging die Reise in Richtung Noise und Experiment. "Rather Ripped", ohne O'Rourke eingespielt, erinnert jetzt hingegen wieder stark an "Daydream Nation" oder "Goo" aus den späten 80ern/frühen 90ern. Überraschend rückt der klassische Popsong wieder stärker in den Fokus. Die Gitarren spielen prägnante Riffs und Kim Gordons charismatisch gehauchte Antistimme gibt sich straight wie lange nicht mehr. Direktheit wird großgeschrieben - und viele packende Songs kommen dabei heraus. Darunter die von Thurston Moore gesungene, verloren wirkende Ballade "Do You Believe In Rapture" oder "Rats", das klassische Lee Ranaldo-Stück. Der Hauptanteil des Gesangs wird aber von Kim Gordon bestritten und nur gegen Ende der Platte gibt es Ausflüge in längere Instrumentalpassagen. Die Popwelt hat also Sonic Youth wieder. Großartige Platte! Johnny Lipps |