THE STROKES
Room On Fire
Rca / Bmg

Hier ist er also: Der Nachfolger von "Is This It", das im Herbst 2001 als "das beste amerikanische Rockalbum seit ,Nevermind' von Nirvana" abgefeiert wurde und das Rock-Revival lostrat. Entsprechend hoch gesteckt sind die Erwartungen an "Room On Fire", und entsprechend ratlos ist man nach dem ersten Hördurchgang. Außer dem fiesen NDW-Synthie auf der ansonsten hübschen Single "12:51" bleibt kaum was im Gedächtnis. Auffällig ist nur: Die New Yorker haben ihrem Riff-Rock die Vorbilder genommen. Ramones, Velvet Underground: Fehlanzeige. Television: Nur noch Relikte. Braucht das Album vielleicht Zeit, bis es zündet? Also bekommen die Strokes noch ein paar Runden ... und tatsächlich, Songs wie der minimalistische Reißer "Reptilia" mit frei schwingendem Bass und Schrill-Solo, der simple Rocker "You Talk Way Too Much", das schluffige "Under Control" sowie der packende Ausstieg "Can't Win" sorgen für Sympathiepunkte. Auch die Strokes-typische Lässigkeit, mit der die Riffs aneinandergereiht und Soli runtergerissen werden, sowie der kompromisslos coole Sound erzielen nach wie vor Wirkung. Trotzdem will keine rechte Begeisterung aufkommen, denn das Fehlen zwingender Melodien lässt sich nicht überhören.
Volkard Steinbach