TOO STRONG
Dreamachine
A-label / Rough Trade

Wer von deutschem Hip Hop angesichts der heavy Rotation von Metzgergesellen wie Fler genervt ist, dürfte sich freuen: Das Dortmunder Urgestein Too Strong, das vor 10 Jahren mit "Rabenschwarze Nacht" auch jede Alternative-Disco gerockt hat, ist zurück. Liebend gerne würde man das Comeback dieser Graffiti-sprühenden Hip Hop-Jam-Veteranen wohlwollend durchwinken und dabei auf die posenden Eierkrauler von heute verweisen. Aber leider, leider! Die Produktion ist düster wie in einem billigen Horror-Score, gruftige Pianos und Streicher en Masse, von den lauen Beats ganz zu schweigen. Die Rapper wirken wie Jahrmarkt-Hypnotiseure, die einen in Trance labern wollen. Mit eindringlicher Stimme flowen sie den Hörer kreuzbrave Botschaften zu: Wir nehmen keine Drogen, sind immer ehrlich, hören schon ganz lange "real" Hip Hop, sind irgendwie metaphysisch christlich ... und so weiter. Öde.
Frank Krings