TALIB KWELI
The Beautiful Struggle
Rawkus / Universal

Von einem Rapper, dessen arabischer Name in etwa "Student der Wahrheit" heißt, erwartet der sonst eher Stumpfsinn gewöhnte Hip Hop-Fan Anspruchsvolles. Talib Kweli aus Brooklyn enttäuscht uns nicht: Mit eindringlicher, mitunter anklagender, aber nie aggressiver Stimme erzählt er vom "Beautiful Struggle" der Schwarzen in den Großstädten. Für den Sohn einer Professorenfamilie, früher auch mit Mos Def als Black Star unterwegs, sind dabei Gospel und Jazz keine fremden Welten: Die Hymne "I Try (feat. Mary J. Blige)", von Kanye West mit einer sehnsüchtigen Piano-Melodie unterlegt, beweist es. Schön! Die Electro-Nummer "We Got The Beat" ist dagegen eine Hommage an selige Breakdance-Zeiten. Ohne Stromgitarre und die nervige Gastsängerin Res wäre sie wohl noch überzeugender ausgefallen. Überhaupt lässt Talibs Vorliebe für soulige Background-Chöre viele Stücke allzu glatt erscheinen. Ein paar Kanten hätten nicht geschadet!
Frank Krings