THE ARK
In Lust We Trust
Virgin

Bei den schwedischen The Ark gibt's nur zweierlei: Entweder wendet man sich kopfschüttelnd ab, oder taucht fröhlich ein in diesen postironischen Karneval der überkandidelten Glamrocker. Wer kann schon ernsthaft voller Inbrunst die Zeile "Someday I Will Become/The Father Of A Son/Halleluja" intonieren? The Ark können und schicken direkt noch einen Kinderchor zur Verstärkung. So haben wohl Roxy Music und "The Rocky Horror Picture Show" in den 70ern gewirkt, so opulent und überwältigend müssen Queen und Todd Rundgren auf die Menschen niedergekommen sein. Vor Dringlichkeit platzendes Pubertätspathos ist angesagt: Die Welt ist ein Hollywood-Film und ich spiele die Hauptrolle, jeder Moment ist unwiederbringlich, und wenn ich verliebt bin, donnern die Geigen und jubilieren Chöre. Natürlich ist jeder einzelne Ton auf dieser Platte geklaut - aber wenn The Ark den Funken des Neuen aus dem historischen Talmi schlagen, klingt das alles so frisch, als hätte die Ära des Bombast-Rock gerade erst begonnen.
Karl Koch