THE THERMALS
The Body, The Blood, The Machine
Sub Pop / Cargo

Ja, es gibt ihn noch, den politisch aufrechten Punkrock aus Seattle, der auf Albumlänge von einem faschistischen US-Staat fieberfantasiert. Willkommen zu The Thermals. Kaum eine Band, die schrabbeliger und euphorischer Zweiminuten-Hymnen raushaut, es sei denn man redet von den frühen Guided By Voices. Die Atemlosigkeit der letzten Alben ist einer souveräneren Songgestaltung gewichen, nun traut man sich auch längere Songs mit ruhigeren Tempi. Und der Sound ist auch nicht mehr durchgehend superschepperig. Siehe etwa "Test Pattern", fast schon eine Ballade für ihre Verhältnisse, die auch auf einer Nirvana-B-Seite nicht schlecht gewesen wäre. Überhaupt Grunge: "I Might Need To Kill You" verlangsamt die Riffs der Band auf eine Schwere, dass man meint, "Nevermind" liegt noch in der Zukunft. Oder wollen sie doch eher AC/DC, wie das gut gelaunt stompende "Return To The Fold" suggeriert? Oder das Weezer-Erbe antreten? Tolle Steigerung, so oder so.
Karl Koch