ROBIN THICKE
The Evolution Of Robin Thicke
Interscope / Universal

Mehr Retro als der Opener dieses Albums geht nicht. "Got 2 Be Down" mit Faith Evans ist dermaßen lupenreiner 70s-Marvin Gaye, dass man kaum glauben mag, dass dieses smarte und ein wenig schleimig wirkende Weißbrot auf dem Cover dafür verantwortlich ist. Aber doch, der vor allem als Songwriter für Leute wie Usher, Mya, Christina Aguilera, Pink und andere R&B-Größen in Erscheinung getretene Thicke serviert auf seinem zweiten Solo-Album eine sahnige Schnitte nach der nächsten. Mit dabei der notorische Pharrell und Lil' Wayne, aber egal. "The Evolution" ist ein Album für den gehobenen Connaisseur urbaner Musik und dementsprechend ein programmierter Misserfolg. Eine ähnliche Liga wie hierzulande John Legend, auf dessen Album die großartige Ballade "Complicated" spitzenmäßig gepasst hätte. Insgesamt fehlt Thicke jedoch noch der Fokus als Performer, zu sehr möchte er all seine Facetten präsentieren. Trotzdem, mehr davon.
Karl Koch