DJ TOMEKK
Numma Eyns
Boogie Down Berlin / Emi

Der Berliner DJ Tomekk ist der Dieter Bohlen der deutschen Hip Hop-Szene: Großkotzig, peinlich und unbeliebt, gehen seine Produktionen dennoch weg wie Freibier. So wie sein letzter Hit, eine plumpe Kriss Kross-Coverversion von "Jump, Jump", über die ausgerechnet Holzkopf Fler drüberrappen musste. Egal - die Klingeltonindustrie hat sich gefreut. Der Rest seines dritten Albums ist breitbeiniges Posing für die Großraum-Disco: Sido und Harris aka Deine Lieblingsrapper leeren zusammen mit MTVs Auto-Aufmotzer Xzibit die Whiskeygläser. Die verschollene MC Lyte rappt zur gezupften Akustikgitarre auf "Partyverlauf", das Ergebnis erinnert stark an R. Kellys "La Fiesta". Überhaupt klingt hier einiges recht vertraut: "Jamila" ähnelt von der Bassline 50 Cents "In Da Club" und Tomekks "Imm Club" ist recht dreist an "The Real Slim Shady" von Eminem angelehnt. Aufgrund der illustren Gästeschar (u.a. Truth Hurts, Monie Love, Das Bo) und der stumpfen Funktionalität eignet sich das Album durchaus als Warm-Up auf dem Weg zur Samstagabend-Disse. Mehr aber auch nicht.
Frank Krings