|
TOM JONES
Mr. Jones V2 Records
| Gleich anfangs ruft Wyclef Jean "Refugee Camp", und damit ist klar: Jean besorgt's dem Briten produktionstechnisch mit leichten Hip Hop-Beats und computergenerierten Klängen, bei denen synthetisierte Violinen mit Klickklack-Lauten um die Gunst des 62jährigen buhlen, der wie kein anderer im Pop für gepflegt verschwitzte Männlichkeit einsteht. Mit Muskeln, Samensträngen und einer gehörigen Portion Humor beschwor er etwa letzthin mit Mousse-T noch die Sexbombe. So hat er sich in den 90ern eine neue Fangemeinde jenseits der Kukident-Jahrgänge ersungen, die es allerdings mit diesem Album schwer haben dürfte. Denn die Beats der meist im Midtempo angesiedelten Songs klingen luftig, allerdings auch statisch und selten mitreißend; melodisch bleibt wenig hängen. Statt die Dramatik seiner Stimme zu pflegen (wie ansatzweise auf dem Leadbelly-Titel "Black Betty"), singt Jones mit sich im Duett, müht sich um korrekte Artikulation und vermeintlich wohlintonierten Gesang in Songs, die das Älterwerden thematisieren und bedenklich nahe an die Kitschgrenze rutschen. Adrian Wolfen |