SVEN VÄTH
Fire
Virgin

Deutschlands charismatischster DJ meldet sich im Album-Format zurück. Das hätte er nicht tun sollen. Nach seinen Rammstein-Ausflügen auf der letzten CD hat das Frankfurter Urgestein wohl so manchen Geschmacks-Sinn über Bord geworfen. Für den Opener "Design Music" schmeisst sich Väth neun Minuten lang Beats um die Ohren, ohne irgendwie ein Ziel zu erreichen oder gar Spannung aufzubauen. Es fängt ziemlich genauso an wie es aufhört. Dieselbe Eintönigkeit zeichnet auch die neue Single "Mind Games" aus. Das erinnert fatal an stumpfe Raver-Mucke der frühen 90er. Vorbei sind die Zeiten der interessanten Experimente oder wegweisenden Tracks. Die Neueinspielung von "Je t'aime" mit DJ-Starlet Miss Kittin ist eine an sich clevere Idee, eröffnet aber auch auf 80er-Pling-Plong-Niveau kaum neue Akzente. Sven Väth liefert mit "Fire" ein Album ab, das wenig unterhält, irgendwie nach Vertrags-Erfüllung riecht und leider über elektronische Musik anno 2002 genauso viel aussagt wie ein Bro'Sis-Track über Pop.
Ulf Lippitz