THE WILLARD GRANT CONSPIRACY
Mojave
Slow River / Rough Trade

Fröhliche Menschen sind Robert Fischer und Paul Austin, die beiden Songwriter hinter der Band aus Boston, zwar immer noch nicht, und einige ihrer Songs tragen weiterhin wenig optimistische Titel wie "Another Lonely Night" oder "Love Has No Meaning". Aber die ruhigen, entspannten semi-akustischen Country-Balladen ihres dritten Albums dokumentieren doch eine Abkehr von den depressiven Kammerpop-Stimmungen der Vorgänger. Damit sind jetzt wohl auch die ewigen Vergleiche mit den Tindersticks und Nick Cave vom Tisch. "Mojave" ist das traumhaft schöne Bekenntnis zweier Männer, die nicht mehr mit dem Schicksal hadern, sondern selbstbewußt ihr Loser-Image abstreifen. Dabei gehen Willard Grant Conspiracy sogar so weit, daß sie ihren frisch gewonnenen Freiraum mit einer Punk-Noise-Explosion ("Go Jimmy Go") ausschmücken. Hilfreiche Mitwirkende bei der neuen Selbstfindung sind übrigens Chris Brokaw (Come und Codeine), Walter Salas-Humara (Silos), Malcolm Travis (Sugar) sowie Edith Frost und James Apt (Six Finger Satellite).
Volkard Steinbach