WOVEN HAND
Mosaic
Glitterhouse / Indigo

David Eugene Edwards hat für das neue Album seines Soloprojekts Woven Hand wieder düstere, apokalyptische Fieberträume kreiert. Gleich der Auftakt "Winter Shaker" tönt wie eine indianische Geisterbeschwörung. Das auf einer mittelalterlichen Melodie basierende "Swedish Purse", das bedrohliche "Elktooth" und das exotische, an die Virgin Prunes erinnernde "Slota Prow" sind pures Halluzinogen. Selbst sanfte Momente wie das folkinspirierte "Whistling Girl" oder das Instrumental "Bible And Bird" scheinen seltsam trügerisch. Keine Frage: In seiner Rolle als geheimnisvoller Prediger, der gegen das Böse in der Welt zu Felde zieht und dabei beschwört, zürnt und deliriert als wäre er der Richter der Menschheit, gibt Edwards eine großartige Vorstellung. Zudem stimmt diesmal auch das instrumentelle Umfeld. Der Sänger verlässt sich nicht allein auf die gespenstischen Klänge des Banjos, sondern vertraut auch Gitarren, Geigen, Orgel und Schlagzeug. Mit beachtlichem Resultat. "Mosaic" ist das erste Album von Woven Hand, dem es wirklich gelingt, die Lücke zu schließen, die Edwards' alte Band 16 Horsepower hinterlassen hat.
Volkard Steinbach