YO LA TENGO
And Then Nothing Turned Itself Inside-out
Matador / Zomba

Eine eigenartige Sanftheit zeichnet Yo La Tengo im nunmehr 15ten Jahr ihres Bestehens aus. Bis auf das krachige "Cherry Chapstick" befinden sich ihre Songs in beinahe schon komatösem Ruhezustand. Die Stimmen von Ira Kaplan, Georgia Hubley und James McNew sowie die Gitarrenfeedbacks legen sich, sorgsam austariert, wie Grünspan über die gesamte Platte. Mit "Everyday" setzt das Trio aus Hoboken/New Jersey in diesem Sinne gleich zu Anfang einen Höhepunkt, wenn gerade mal Bass und Schlagzeug die Spannung halten. Es folgen entspannte Nummern, manche beschwingt, andere traurig, Coverversionen, Biographisches, fast eine Art Entwicklungsgeschichte. Die Band habe bei den Aufnahmen in Nashville viel Sorgfalt auf den Gesang gelegt, heißt es. Das mag ja stimmen - eine überzeugende Vision und Weiterentwicklung ihres Sounds ist Yo La Tengo über die Albumlänge von 70 Minuten hingegen nicht gelungen.
Johnny Lipps